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Mit diesen 10 Tipps stellst du erfolgreiche Regeln auf!

Mit diesen 10 Tipps stellst du erfolgreiche Regeln auf!

Im Arbeitsschutz geht es nicht ohne Gesetze und Vorschriften. Dazu kommen innerbetriebliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit. Je sorgfältiger du beim Aufstellen von Regeln vorgehst, desto eher erreichst du Akzeptanz. Regeln müssen nicht zwangsläufig unbeliebt sein. Denn sie sollen deine Mitarbeiter und Kollegen nicht gängeln, sondern schützen. Nutze den folgenden 10-Punkte-Check, um Regeln so aufzustellen, dass das Einhalten leichter wird.

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Insbesondere das Einhalten von Regeln im Arbeitsschutz kann nachhaltig schwere Arbeitsunfälle verhindern!

1. Mit verbindlicher Kompetenz?

Halte den Top-Down-Ansatz ein. Das bedeutet: Wer eine Regel aufstellt, muss sie auch durchsetzen können. Wenn eine Regel eine bestimmte Abteilung betrifft, sollte sie der Abteilungsleiter verkünden, zumindest unterzeichnen. Betrifft ein gewünschtes Verhalten den gesamten Betrieb, muss die Betriebsleitung erkennbar dahinterstehen. Geht es um ein ganzes Bündel neuer Maßnahmen und Regularien, z. B. im Rahmen der Einführung eines Arbeitsmanagementsystems (AMS), sollte die Unternehmensleitung der für das AMS zuständigen Organisationseinheit (Ausschuss, Lenkungsgruppe …) formal eine Richtlinienkompetenz zuschreiben.

2. Mit definiertem Geltungsbereich?

Gilt die Regel für alle Mitarbeiter oder nur für eine spezielle Gruppe (z. B. eine Abteilung, ein Gebäude, alle Staplerfahrer)? Einige Regeln, etwa zu Raucherzonen, sollten eindeutig für jeden gelten, auch für Mitarbeiter von Fremdfirmen, für Leiharbeiter, Zulieferer, Kunden, Besucher.

3. Klar und eindeutig?

Achte auf eine präzise Sprache und exakte Formulierungen. Wo du etwas verpflichtend umsetzen willst, verwende „muss / müssen“. Wenn eine Vorgehensweise empfohlen wird, verwende „kann / können“. Irgendwo dazwischen liegt „sollte / sollten“ für Verhaltensweisen, die nicht stets zwingend notwendig sind, aber doch der wünschenswerte Normalfall sein sollten.

4. Umsetzung vorbereitet?

Vergewissere dich vor dem Erlassen einer Regel, dass sie im Betrieb auch umgesetzt werden kann. Eine Anordnung von oben, Leckagen künftig durch adsorbierende Agenzien schneller zu beseitigen, dürfte wenig ernst genommen werden, wenn versäumt wurde, rechtzeitig die erforderlichen Bindemittel zu bestellen. Auch Persönliche Schutzausrüstung (PSA), deren Tragen du anordnest, muss stets in ausreichender Menge vorhanden sein. Und „ausreichend“ bedeutet hier mehr als ein einziges Exemplar pro Mitarbeiter, denn PSA-Teile können verloren gehen, verschmutzt werden, verschleißen usw.

5. Nachweisbar vermittelt?

Regeln wirken erst, wenn sie gehört und verstanden wurden. Je nach Situation reicht eine kurze Ansprache. In anderen Fällen müssen betroffene Mitarbeiter, die z. B. eine neue Maschine bedienen sollen, vielleicht zuerst eine Schulung absolvieren.

6. Im Betrieb abrufbar?

Hängt die Regel für jeden ersichtlich aus, z. B. als Betriebsanweisung? Hat sie jeder als E-Mail erhalten, z. B. eine Vereinbarung zum Lüften / Fensterkippen? Ist die Regel an den relevanten Stellen im Betrieb erkennbar, z. B. durch Warnzeichen, Zugangsbeschränkungen, Besucherhinweise usw.?

7. Stets aktuell?

Ist sichergestellt, wann und von wem Regeln mit variablen Faktoren, wie etwa Abholterminen für bestimmte Abfallarten, stets aktuell gehalten werden und wie dies den Mitarbeitern kommuniziert wird (z. B. durch Aushang)? Bei Regeln, die sich im Laufe der Zeit verändern, muss stets klar ersichtlich sein, dass alle Betroffenen die aktuelle Version vorliegen haben.

8. Mit gutem Beispiel vorgelebt?

Angenommen, dein Chef führt eine eher unpopuläre Regel ein, etwa eine allgemeine Helmtragepflicht aufgrund von Unfällen in Produktion oder Lager. Dann führt er wenige Tage später eine Besuchergruppe aus Fernost durch den Betrieb und glaubt, seinen Gästen keinen Helm zumuten zu dürfen. Welcher Mitarbeiter wird nun noch Chef und Regel ernst nehmen?

9. Alle Beteiligten frühzeitig gehört und eingebunden?

Für viele Regelungen benötigst du die Zustimmung des Betriebsrats, etwa Betriebsvereinbarungen zum Alkohol. Frühzeitige Absprachen sind stets empfehlenswert.

10. Einhaltung durchgesetzt?

Das Einhalten von Regeln im Arbeitsschutz bedarf nicht nur der Kontrolle. In erster Linie sollte positives Feedback stehen. Lobe deine Mitarbeiter, die eine neue Regel befolgen und vorleben. Wenn auch Jahre nach Einführung einer Regel keine Einsicht vorhanden ist und du ein Umsetzen nur mit Drohen oder gar Sanktionen erreichst, solltest du dich fragen, warum das so ist: Ist die Regel übertrieben? Wie bewerten die Mitarbeiter selbst das von der Regel erfasste Risiko? Kannst du plausibel belegen, dass das Einhalten der Regel Verletzungen oder Krankheiten vermieden hat?

 

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