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Wichtige Unterweisungsinhalte, die Sie 1-mal im Jahr ansprechen müssen

Wichtige Unterweisungsinhalte, die Sie 1-mal im Jahr ansprechen müssen

Spätestens jetzt sind die meisten Mitarbeiter aus Ihrem wohlverdienten Weihnachts- bzw. Winterurlaub zurückgekehrt. Während des Urlaubs haben sie sich mit den angenehmen Dingen des Lebens befasst. Dabei kann das ein oder andere Wissen rund um die Arbeit schon mal in Vergessenheit geraten, insbesondere das richtige und vor allem sichere Verhalten bei der Arbeit.

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Damit Ihre Mitarbeiter das Jahr sicher und gesund starten können, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die ersten Unterweisungen durchzuführen. Nachfolgend haben wir Ihnen eine Übersicht mit einigen wichtigen Themen zusammengestellt.

Betonen Sie die Bedeutung des Arbeitsschutzes

Arbeits- und Gesundheitsschutz ist bei vielen Mitarbeitern ein eher unbeliebtes Thema. Dabei handelt es sich hierbei um eine Sache, die im Wesentlichen im Interesse des Mitarbeiters liegt. Beim Arbeits- und Gesundheitsschutz geht es nicht nur um die Vermeidung von Unfällen, sondern auch um die Vorbeugung von berufsbedingten Krankheiten und die Förderung der Gesundheit zugunsten der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität. Im Rahmen der ersten Unterweisung ist es daher empfehlenswert, die Bedeutung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Betrieb noch einmal herauszustellen. Machen Sie dabei deutlich, dass es sich hier um eine Sache für den Mitarbeiter handelt. Gegebenenfalls kann man sich je nach Betriebsgröße das Ziel auch gemeinsam mit den Mitarbeitern setzen. Das erhöht die Akzeptanz, denn jeder Ausfalltag kostet das Unternehmen zwischen 400 und 700 €.

Ergonomie am Arbeitsplatz

Zur Vorbeugung von krankheitsbedingten Ausfällen ist ein ergonomisch richtig eingerichteter Arbeitsplatz unabdingbar. Erläutern Sie Ihren Mitarbeitern noch einmal, wie der Arbeitsplatz und damit ist nicht nur der Bildschirmarbeitsplatz gemeint – ergonomisch eingerichtet wird.

Bei kritischen Aspekten greife ich hier gerne auf einen Ergonomieberater bzw. Physiotherapeuten zurück. Dann ist die ganze Sache glaubwürdiger. Insbesondere an Bildschirmarbeitsplätzen kann die Belastung durch das ständige Sitzen und Betrachten des Bildschirms und die ständige hohe Konzentration sehr groß sein. Kommt dazu noch Umgebungslärm wie etwa telefonierende Kollegen, wächst der Stresspegel.

In einem solchen Fall ist es besonders wichtig, dass Ihre Mitarbeiter sich einen Moment Pause gönnen. Dies kann beispielsweise eine kleine Kaffeepause oder ein Spaziergang sein. Erwähnen Sie auch noch einmal, wen Ihre Mitarbeiter ansprechen und bezüglich ihrer Sorgen kontaktieren können.

TIPP: Durch die Arbeitsplatzorganisation kann man Bewegungspausen erwirken. Lagern Sie Locher und Hefter nicht in der Wohlfühlzone, die Sie im Sitzen erreichen, sondern stellen Sie diese weiter ins Regal. So müssen Sie immer wieder mal aufstehen und den Rücken entspannen. Denn wir sind von Hause aus laufende Jäger und Sammler und keine Sesselsitzer. So ist auch unser Körper ausgerichtet.

Flucht- und Rettungswege

Das Wissen über die vorhandenen Flucht- und Rettungswege kann im Schadensfall Leben retten. Bedenken Sie, dass wir Menschen dazu neigen, im Gefahrenfall in Panik und automatisiert zu reagieren.

Umso wichtiger ist es daher, dass Sie Ihren Mitarbeitern noch einmal die, je nach Abteilung, wichtigsten Flucht- und Rettungswege aufzeigen. Je häufiger Sie das thematisieren und ansprechen, desto mehr prägt es sich in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter ein.

Kombinieren Sie die nächste Unterweisung doch direkt mit einer Räumungsübung. Dabei können Sie Ihren Mitarbeitern genau zeigen, wie im Gefahrenfall richtig geräumt wird. Weiterhin sollten Sie Ihre Mitarbeiter daran erinnern, dass Flucht- und Rettungswege keine Lagerräume sind. Dies gilt insbesondere für Bereiche vor Notausgängen!

TIPP: Bei der Begehung der Flucht- und Rettungswege können Sie auch gleich die Funktion der Brandschutz- und Rauchabschlusstüren überprüfen und darauf achten, dass sich keine Brandlasten und Hindernisse in diesen Bereichen befinden.

Erste Hilfe und Notfalleinrichtungen

Damit Ihre Mitarbeiter im Gefahrenfall nicht erst suchen müssen, sondern zielgerichtet den Betriebsverbandkasten oder nächstgelegenen Feuerlöscher ansteuern können, weisen Sie noch einmal auf die jeweiligen Standorte hin. Eine solche Unterweisung führen Sie am besten anhand Ihrer Flucht- und Rettungspläne durch. Darauf sind alle wichtigen Wege und Standorte dieser Notfalleinrichtungen gekennzeichnet. Braucht Ihr Unternehmen keinen solchen Plan, fertigen Sie doch einfach eine kleine Skizze Ihrer Geschäftsräume mit den Angaben dazu an und hängen Sie diese ans schwarze Brett oder verteilen Sie sie an alle Mitarbeiter. Auch das Wissen darüber, wie Erste Hilfe geleistet wird, geht mehr und mehr verloren. Viele Mitarbeiter haben möglicherweise seit Jahrzehnten keinen Erste-Hilfe-Kurs mehr besucht.

Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig in den Grundlagen und dem richtigen Verhalten, wenn Erste Hilfe notwendig wird, unterweisen. Gehen Sie dabei insbesondere darauf ein, was beim Auffinden einer Person gemacht werden muss und wie kleinere Wunden versorgt werden. Erinnern Sie an die europaweit einheitliche Notrufnummer 112: Geht sie bei Ihnen direkt raus oder muss eine „0“ vorgewählt werden? Prüfen Sie in diesem Zusammenhang auch den Aushang der Ersthelfer auf dessen Aktualität.

TIPP: Bei Notrufen vom Handy aus sollte man hinhören, welche Rettungsleitstelle sich meldet. Je nach Funkbereich, in dem man angemeldet ist, kann es im Grenzgebiet zwischen 2 Leitstellen vorkommen, dass man in der Nachbarleitstelle landet. Dann sind korrekte Ortsangaben umso wichtiger.

Des Weiteren sollten Sie erwähnen, wie ein Notruf entsprechend den W-Fragen richtig abgesetzt wird:

  • Wo geschah es?
  • Was geschah?
  • Wie viele Verletzte?
  • Welche Arten von Verletzungen?
  • Warten auf Rückfragen

TIPP: Wenn Sie beim Notruf nicht wissen, was Sie mit dem Verunfallten machen sollen, nutzen Sie das letzte W in der Kette. Am anderen Ende der Telefonleitung befindet sich ein Profi, den Sie fragen können. Er kann Ihnen die entsprechende Anleitung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte geben.

Nicht zu vergessen ist das Verbandbuch. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter an, jede Verletzung darin einzutragen. Durch einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Verbandbuchs machen Sie dies verbindlich. Erläutern Sie dabei Ihren Mitarbeitern, dass nur auf diese Weise im Fall von späteren Folgeerscheinungen der Verletzung nachgewiesen werden kann, dass es sich um eine Verletzung bei der Arbeit gehandelt hat.

Arbeitsplatzbezogene Unterweisungen

Neben den allgemeinen, den gesamten Betrieb betreffenden Unterweisungsinhalten ist es wichtig, auf die einzelnen Arbeitsplätze und damit auf die Gefährdungen und Gesundheitsrisiken der einzelnen Tätigkeiten einzugehen. Eine solche Unterweisung führen Sie vor Ort durch, sodass Sie relevante Dinge am besten sofort praktisch zeigen können. Gehen Sie bei der Unterweisung auch auf die Inhalte der zum Arbeitsplatz bzw. zu der Tätigkeit gehörenden Betriebsanweisungen ein. Müssen Ihre Mitarbeiter beispielsweise komplexe Maschinen bedienen, müssen Sie oder eine mit der Funktion gut betraute Person noch einmal die Bedienung erklären.

Persönliche Schutzausrüstung

Bei manchen Tätigkeiten benötigen Mitarbeiter Persönliche Schutzausrüstungen (PSA). Hier sind z. B. Handschuh- oder Schutzbrillenpläne auch eine gute Hilfe, die den Mitarbeiter auch nach der Unterweisung unterstützen kann, die korrekte PSA zu finden. Sie sind in der Maßnahmenhierarchie die letzte Stufe zum Schutz vor Gefahren. Umso wichtiger ist es, dass die Mitarbeiter wissen, wann welche Schutzausrüstung benötigt wird und insbesondere wie diese zu benutzen ist. Lassen Sie in Ihre arbeitsplatzbezogene Unterweisung also auch direkt eine Trageübung für PSA einfließen. Wichtig ist, dass Sie bei einer solchen Übung nicht nur das Anlegen vormachen, sondern auch die Mitarbeiter selber mitmachen lassen. So können Sie gegebenenfalls korrigierend eingreifen. Vergessen Sie dabei nicht, den Mitarbeitern auch die Pflege der PSA zu erklären und zu zeigen, damit diese auch stets wirksam funktioniert.

Prävention von Wegeunfällen

Besonders zur kalten Jahreszeit häufen sich Unfälle durch Ausrutscher auf feuchtem, rutschigem Boden oder Stolperunfälle durch eine schlechte Wegbeleuchtung. Auch das Risiko eines Autounfalls durch schlechte Wetterbedingungen erhöht sich. Damit Ihre Mitarbeiter das Jahr gesund und fit überstehen können, müssen sie auch gesund und fit zur Arbeit bzw. nach Hause kommen. Es ist daher auch in Ihrem Interesse, Ihre Mitarbeiter zur Vorsicht auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause anzuhalten.

Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter an verlängerte Bremswege und schlechte Sichtverhältnisse je nach Witterungsbedingungen. Wichtig ist, dass Ihre Mitarbeiter sicher ankommen. Da kann über eine Verspätung ruhig einmal hinweggesehen werden. Erwähnen Sie auch den Versicherungsschutz auf dem Weg zur Arbeit. Dieser erlischt, wenn der direkte Weg zur Arbeit z. B. durch einen kleinen Einkauf unterbrochen wird.

 

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