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Flucht- und Rettungswege: Gehen Sie diese jetzt mit Ihren Beschäftigten ab und erfüllen Sie Ihre Unterweisungspflicht

Flucht- und Rettungswege: Gehen Sie diese jetzt mit Ihren Beschäftigten ab und erfüllen Sie Ihre Unterweisungspflicht

Nicht selten findet man in vielen Unternehmen zugestellte Flucht- und Rettungswege. Auch kommen verschlossene Notausgänge vor. Aber viel häufiger treten Fluchtwege und Notausgänge auf, die gar nicht genutzt werden, weil die Beschäftigten sie gar nicht kennen. Prüfen Sie also noch heute, ob Ihre Flucht- und Rettungswege sowie Notausgänge nutzbar sind. Nehmen Sie dabei die Beschäftigten mit und erfüllen Sie auf diese Weise auch ganz nebenbei noch Ihre Unterweisungspflicht.

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Nach der aktuellen Fassung der Arbeitsstättenverordnung gehören Flucht- und Rettungswege sowie Notausgänge zu jeder Arbeitsstätte.

Barrierefreiheit herstellen

In den Fokus rückt an dieser Stelle auch immer wieder die Barrierefreiheit für Beschäftigte mit körperlichen Einschränkungen. Hier müssen Sie inzwischen die ASR V3a.2 „Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten“ anwenden, wenn Sie den Stand der Technik erfüllen und alles richtig machen wollen.

Flucht- und Rettungswege frei halten

Achten Sie darauf, dass der Arbeitgeber dafür zu sorgen hat, dass Flucht- und Rettungswege freigehalten werden müssen und immer nutzbar sind. Dies gilt auch für den Notausgang. Dieser darf niemals verschlossen sein. Erst vor kurzem hatte ich in einem Betrieb wieder die Diskussion darüber, dass 2 Notausgänge morgens immer verschlossen waren. Aus Sicherheitsgründen wurden die Türen abends abgeschlossen, jedoch war nicht geregelt und sichergestellt, dass sie morgens auch wieder aufgeschlossen werden. Das geht nicht und ist sogar strafbar!

Eine Vielzahl von Sachversicherern fordert, dass Türen verschlossen sein müssen. Verwenden Sie, um diese Auflage zu erfüllen, sogenannte Türwächter oder Panikschlösser. Diese Bauteile sorgen dafür, dass die Türen sich nur im Gefahrenfall öffnen lassen und sonst „verschlossen“ sind. Der Türwächter schlägt Alarm, wenn die Tür unbefugt geöffnet wird. Das Panikschloss lässt sich jederzeit von innen, aber im verschlossenen Zustand nicht von außen öffnen. Die Bauteile dienen dazu, dass Beschäftigte im Gefahrenfall sicher die Arbeitsstätte verlassen können.

Flucht- und Rettungswegepläne

Je nach Ausmaß und Nutzung der Arbeitsstätte muss der Arbeitgeber ebenfalls einen Flucht- und Rettungswegeplan erstellen und an diversen Stellen aushängen. Das ist nicht neu. Aber wussten Sie, dass Sie die Beschäftigten anhand dieses Flucht- und Rettungswegeplans unterweisen müssen. Sie haben richtig gelesen, Sie müssen die Flucht- und Rettungswegepläne in die Unterweisung einbeziehen! Haben Sie keine solchen Pläne, müssen Sie auf andere Weise erklären, wo sich diese Wege befinden.

Fluchtwege abgehen

Damit die Beschäftigten nicht nur wissen, wo sich ein Flucht- und Rettungswegeplan befindet, sondern auch darüber informiert sind, wie sie sich im Brandfall zu verhalten haben und wie man ins Freie gelangt, müssen Sie diese mindestens 1-mal im Jahr mit ihnen abgehen. Ja, richtig, abgehen!

Der Stand der Technik zu diesem Thema ist die ASR A2.3 „Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“. Und dort heißt es unter Nummer 9 Absatz 6: „Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über den Inhalt der Flucht- und Rettungspläne sowie über das Verhalten im Gefahrenfall regelmäßig in verständlicher Form vorzugsweise mindestens einmal jährlich im Rahmen einer Begehung der Fluchtwege zu informieren.“

Wenn Sie also 1-mal im Jahr mit den Beschäftigten die Flucht- und Rettungswege abgehen, können Sie einerseits prüfen, ob alles in Ordnung ist. Gleichzeitig können Sie auf Mängel wie abgestellte Gegenstände, unterkeilte Türen u. A. vor Ort hinweisen und diese abstellen lassen. Sprechen Sie dann auch gleich vor Ort an, warum Sie diese Mängel beseitigen lassen und warum diese gefährlich sind. So sind Sie Ihrer Unterweisungspflicht nachgekommen. Sie müssen das nur noch dokumentieren.

Notfall üben

Auf der Grundlage der Flucht- und Rettungspläne müssen Sie gemäß ASR A2.3 Nr. 9 Abs. 7 Räumungsübungen durchführen. Anhand der Übungen müssen Sie überprüfen, ob

  • die Alarmierung zu jeder Zeit unverzüglich ausgelöst werden kann,
  • die Alarmierung alle Personen erreicht, die sich im Gebäude aufhalten,
  • sich alle Personen, die sich im Gebäude aufhalten, über die Bedeutung der jeweiligen Alarmierung im Klaren sind,
  • die Fluchtwege schnell und sicher benutzt werden können.

Erfahren Sie hier mehr zu dem Thema!
 

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