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Viele Sprachen – gleicher Inhalt: So geht’s!

Viele Sprachen – gleicher Inhalt: So geht’s!

Die Welt rückt zusammen und das nicht erst seit heute. Grenzen werden überwindbarer, Umsiedlungen in neue und unbekannte Kulturkreise leichter und gehören zu unserem menschlichen Miteinander. Nicht zuletzt der Fachkräftemangel hat in den letzten Monaten immer wieder das Thema „Vielfalt der Nationen am Arbeitsplatz“ in das allgemeine Interesse und die Diskussion gebracht.

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Die Vielfältigkeit bringt so allerlei positive Dinge mit sich. Man kann voneinander lernen, Arbeitsansätze und Umsetzungen von Arbeitsprozessen werden umfassender und bergen somit mehr Möglichkeiten. Sie rückt die Vorteile unterschiedlicher Sichtweisen und Erfahrungen ins Bewusstsein und zeigt, wie Mitarbeiter voneinander profitieren können. Zugleich etabliert sie Strukturen im Unternehmen, die reich an Kreativität sind. Kulturelle Vielfalt ist in vielen Unternehmen eine Selbstverständlichkeit – und wird in Zukunft noch zunehmen.

Die Tücken der Vielfalt

Doch jeder von Ihnen kennt auch die einfachen Tücken, welche sich im praktischen Miteinander durch die Vielfältigkeit am Arbeitsplatz zeigen. Eine Tücke möchte ich heute thematisieren: die Sprachenvielfalt am Arbeitsplatz und deren Verknüpfung mit der Arbeitssicherheit. Kennen Sie diese Situation aus Ihrem Betrieb? Wenn nicht, stellen Sie sich einmal die folgende Situation vor:

Es sind bei Ihnen in einem Arbeitsbereich 6 verschiedene Nationalitäten vertreten, deren Deutschkenntnisse sich überwiegend auf ein Minimum beschränken. Für den Arbeitsprozess der Angestellten ist dieses von geringem Interesse. Die vorhandenen Kenntnisse sind hierfür weit mehr als ausreichend. Interessant wird diese Situation beim Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und damit natürlich bei den Unterweisungen.

Vorgesetzte sind dafür verantwortlich, dass regelmäßig Unterweisungen durchgeführt und auch von dem Mitarbeiter verstanden werden. Sprechen Sie 6 verschiedene Sprachen und auch noch zufällig die richtigen? Da es in den seltensten Fällen so ist, dass der Vorgesetzte so viele verschiedene Sprachen perfekt beherrscht, muss man sich eine andere Strategie überlegen, wie sich diese Problematik beheben lässt.

So kommen Sie zum Ziel

Meist muss sich die Fachkraft für Arbeitssicherheit dieses Themas annehmen. Dazu sollte zunächst eine Art Bestandsaufnahme durchgeführt werden. Dazu muss vor allem die Frage beantwortet werden, welche Nationalitäten etwa in den letzten 2 Jahren zu welchem Prozentsatz im Unternehmen beschäftigt gewesen sind. Hieraus ließen sich die 5 bis 10 Sprachen herausarbeiten, die hauptsächlich in Ihrem Betrieb vertreten sind. Achten Sie darauf, dass es verwandte Sprachen gibt, die sich nicht beide innerhalb dieser Gruppe befinden müssen. Das ist übrigens ein Teil Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Jetzt sollten Sie in die Betriebsanweisungen investieren und diese in die ausgesuchten Sprachen übersetzen lassen. Damit haben Sie einen wichtigen Baustein schriftsprachlich lösen können.

Arbeiten Sie mit Grafiken und Symbolen

Ein weiterer wichtiger Baustein sind Grafiken und Symbole. Symbole sind sprachübergreifend und somit ohne Grenzen. Für Unterweisungen sollten Sie sich eine Symboltafel zulegen, die Ihre Erklärungen unterstützt. Zusätzlich zu einer Symboltafel sollten Sie sich auch Bilder und Bilderfolgen erstellen, die Situationen in Ihrem Betrieb beschreiben, und bei einer Unterweisung vor Ort dabeihaben.

Kennen Sie Napo?

Sprachenunabhängige, bewegte Bilder können wir hier natürlich nicht abbilden. Die Idee zur Figur Napo wurde von einer kleinen Gruppe von Kommunikationsexperten für den Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz als Reaktion auf den Bedarf an hochwertigen Informationsprodukten entwickelt, die nationale Grenzen überwinden und auf unterschiedliche Kulturen, Sprachen und praktische Bedürfnisse von Menschen am Arbeitsplatz eingehen.

„Sicherheit mit einem Lächeln“ ist Napos Beitrag zu sichereren, gesünderen und besseren Arbeitsplätzen. Jeder Film wird gemeinsam mit mehreren europäischen Arbeitsschutzinstitutionen produziert. Napo ist der Held der Trickfilmserie. Er steht stellvertretend für einen Arbeitnehmer in einem beliebigen Industriezweig oder Wirtschaftssektor. Napo ist nicht auf einen bestimmten Beruf oder ein bestimmtes Arbeitsumfeld festgelegt, aber seine Persönlichkeit und sein Erscheinungsbild sind in allen Filmen gleich.

Der Hauptdarsteller Napo und seine Kollegen vermitteln ihre Botschaft nicht mit Worten, sondern mit allgemein verständlichen Gesten. Die Geschichten werfen Fragen auf und regen zur Diskussion über bestimmte Aspekte der Sicherheit am Arbeitsplatz an. Manchmal bieten sie auch praktische Lösungen oder zeigen den Weg dahin. Diese Mischung aus pädagogischen Elementen, kultureller Neutralität und Humor in Trickfilmform gibt der Napo-Filmreihe ihren unverwechselbaren Charakter. Dank der universellen Sprache sind die Filme für alle Zielgruppen geeignet. Die Szenen sind unabhängig voneinander; jede Szene kann als eigenständiger Film verwendet oder die einzelnen Szenen nacheinander gezeigt werden.

Fazit: Der Weg zum multikulturellen Mitarbeiterkreis ist längst eingeschlagen und eröffnet spannende und tolle Alternativen. Die mögliche Sprachbarriere ist allerdings gegeben und kann in dem Bereich der Arbeitssicherheit für Probleme sorgen. Eine Unterweisung erfolgt nicht, um einfach nur zu unterweisen und eine „Formalie“ abzuhaken. Eine Unterweisung muss und soll auch unbedingt vom Mitarbeiter verstanden werden.

So sehr sich Sprachen voneinander unterscheiden, ähneln sich Symbole und Bilder. Die Frage lautet hier immer: Wie kann man mit einem möglichst geringen Aufwand und Grad an Schwierigkeit kleine „Extras“ in eine Unterweisung einbauen, sodass diese allgemein verstanden und nachvollzogen werden kann? Die Investition in einige spezielle Übersetzungen und kleine Symboltafeln sowie Bildfolgen, die transportabel und einfach zu handhaben sind, dient einer praktischen Umsetzung. Kleine Filme, die frei von Sprache, aber voll von Informationen und Sensibilisierungen – wie die Napo-Reihe – sind, lassen sich problemlos verwenden und stellen eine wunderbare Ergänzung zu „Unterweisung-plus“ dar. Sie müssen nicht 10 Sprachen beherrschen, um eine universale Sprache sprechen zu können.

 

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