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So motivieren Sie die Mitarbeiter für den Arbeitsschutz

So motivieren Sie die Mitarbeiter für den Arbeitsschutz

Bei Feierabend fallen die Stifte – Engagement über den Dienst nach Vorschrift hinaus? Fehlanzeige! Was tun Sie aber bei mangelnder Mitarbeitermotivation? Mangelnder Mitarbeitermotivation für den Arbeitsschutz? Auch im Bereich der Arbeitssicherheit sind Sie auf die Motivation und das Engagement Ihrer Mitarbeiter angewiesen.

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Stur nach Richtlinie oder Vorschrift arbeiten, kein Gedankengang mehr als nötig: Das sind keine guten Voraussetzungen für die Einhaltung von Maßnahmen der Arbeitssicherheit. „Motivation Arbeitsschutz“ hört man somit leider selten in einem Satz, jedoch nur der motivierte Mitarbeiter schaut zweimal hin und denkt auch mal um die Ecke.

Mit Geld winken? Mit Kündigung drohen? Nein, natürlich nicht. Stattdessen: „Wer ein Warum zum Leben hat, kann jedes Wie ertragen.“

Das Weg-Ziel-Modell nach Porter und Lawler verdeutlicht, dass die Leistung und somit auch die Zufriedenheit entscheidend durch die Motivation beeinflusst werden. Die Leistung ist der Ursprung des Kreislaufs, der außerdem durch Belohnungen bedingt wird. Die Zufriedenheit ist ein neuer Motor für die weitere Motivation.

Begeistern Sie die Mitarbeiter

Es ist stets leichter gesagt als getan, seine Mitarbeiter für ein Thema zu begeistern oder allgemein anzutreiben. Um als Führungskraft wirklich erfolgreich zu motivieren, müssen Sie Ihre strategischen Ziele im Auge behalten und Ihre Mitarbeiter gezielt durch Gespräche aktivieren. Sie können ein besonderes Engagement nur von denjenigen erwarten, die Freude an ihren Aufgaben haben und auch ein positives Feedback erhalten. In der Regel erarbeiten motivierte und begeisterte Mitarbeiter positivere Ergebnisse als demotivierte.

Der erste Schlüssel, um die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen, ist das Absenken der Demotivation.

Der Führungserfolg wird nicht unbedingt dadurch bestimmt, ob und wie viel Sie Ihre Mitarbeiter motivieren. Er wird vielmehr dadurch beeinflusst, ob Sie es schaffen, demotivierende Verhaltensweisen zu vermeiden.

Verzichten Sie auf Demotivation

Auf diese neun demotivierenden Verhaltensweisen sollten Sie in Zukunft verzichten:

  1. Fehlender Gestaltungsraum
  2. Eingriffe in das Aufgabengebiet schaden der Motivation
  3. Verweigerung von Kompetenzen
  4. Fehlende Informationen
  5. Keine oder unrealistische Ziele
  6. Fehlende Anerkennung
  7. Keine transparenten Entscheidungen
  8. Verletzende Urteile
  9. An Erfolgen nicht teilhaben lassen

Einige demotitivierende Einflussfaktoren entziehen sich natürlich auch Ihrer Führungsverantwortung. Es kann beispielsweise im persönlichen Bereich des Mitarbeiters begründet sein oder auch durch die Situation des Unternehmens, etwa eine wirtschaftliche Notlage oder ein unsicherer Status.

Tipp: Wenn Ihre Mitarbeiter Ihnen allerdings vertrauen, können Sie nicht nur, dann müssen Sie in diesem Moment intern als Motivator fungieren.

Demzufolge ist es also entscheidend, dass Sie das Vertrauen der Mitarbeiter haben oder sich dieses erarbeiten. Sie werden demotivierende Verhaltensweisen nicht verändern können, wenn Ihre Mitarbeiter Ihnen nicht vertrauen: Jede Anstrengung Ihrerseits würde als unehrlich, manipulativ oder gar zynisch angesehen.

Im Weg-Ziel-Modell wird deutlich, dass die Motivation allein zur Leistungssteigerung nicht ausreicht. Die innere und äußere Belohnung hat einen entscheidenden Wert, um Zufriedenheit bei Ihren Mitarbeitern herzustellen, die ihrerseits die erneuten Anstrengungen positiv unterstützt. Mit Lob und Anerkennung verfügen Sie über ein Instrument, die Motivation und Leistung Ihrer Mitarbeiter zu begünstigen. Dessen ungeachtet sollten Sie Lob und Anerkennung nicht wahllos verteilen. Je feiner Sie unterscheiden und abstufen, desto besser können Sie Ihre Mitarbeiter motivieren.

Mit diesen Mitteln motivieren Sie Ihre Mitarbeiter:

  • Eigenverantwortung: Mitarbeiter, die nicht eigenverantwortlich arbeiten, fühlen sich häufig verkannt und wenig bis nicht respektiert. Eine simple Methode Ihre Mitarbeiter zu motivieren und sich selbst zusätzlich zu entlasten, ist also, den Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung zu überlassen.
  • Wertschätzung: Jeder Mensch braucht ein Mindestmaß an Wertschätzung, um Motivation und Tatendrang zu entwickeln.

Bedürfnispyramide von Abraham Harold Maslow (amerikanischer Psychologe und Mitgründer der humanistischen Psychologie, 1.4.1908–8.6.1970).

Anerkennung und Wertschätzung sind wichtige Bestandteile der Bedürfnisse des Menschen. Nachdem die grundlegenden physischen Bedürfnisse und die soziale Sicherheit abgedeckt sind, folgen die Zugehörigkeit, Anerkennung und Wertschätzung als Basis der Selbstverwirklichung.

Behandeln Sie alle Mitarbeiter fair und möglichst einheitlich. Sie sollten jedem Mitarbeiter die gleichen Chancen einräumen – und auf Vorurteile verzichten.

Bringen Sie ein Mindestmaß an Freundlichkeit und höflichem Umgangston auf, also etwa Handlungsanweisungen mit „bitte“ versehen oder freundlich einen „Guten Tag“ wünschen. Als Faustregel gilt: Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter so, wie Sie selbst gerne behandelt werden möchten.

  • Lob: Eine außergewöhnliche Leistung wird durch Lob anerkannt und wertgeschätzt. Bleiben Sie dabei sachbezogen und konkret. Loben Sie wohldosiert und gut formuliert. Um eine zu würdigende Besserleistung beurteilen zu können, müssen Sie vorher die Ziele deutlich festgelegt haben.
  • Belohnung: Jede Art einer zusätzlichen Vergünstigung, die Sie einem Mitarbeiter zukommen lassen, ist eine exklusive Belohnung. Belohnungen messen sich nicht immer am tatsächlichen Wert. Entscheidend ist der subjektive Wert, den der Mitarbeiter der Belohnung beimisst. Achten Sie darauf, dass Sie mit der Belohnung die Ansprüche des Mitarbeiters treffen, ansonsten könnte die Wirkung der Belohnung verpuffen.

Fazit

Um die Effektivität Ihrer Mitarbeiter zu steigern und deren Leistungsvermögen zu potenzieren, sollten Sie also die Motivation als effizientes Werkzeug in der Mitarbeiterführung einsetzen. Prüfen Sie Ihren bisherigen Umgang mit diesem Thema. Hinterfragen Sie sich bezüglich Ihres demotivierenden sowie motivierenden Verhaltens. Empfinden Sie die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter nach und gleichen Sie dieses mit Ihrem bisherigen Führungsverhalten tatsächlich ab.

Denken Sie immer daran: Motivation ist mehr als nur ein „Gut gemacht!“ Motivation beginnt bei der allgemeinen Wertschätzung und endet bei Lob, Anerkennung und Belohnung.

Tipp: Zeigen Sie den Mitarbeitern also diese Wertschätzung. Schicken Sie nicht immer nur nach Begehungen Berichte mit Mängelpunkten, sondern sprechen Sie Positives doch auch einmal direkt vor Ort an. Sagen Sie doch ruhig einmal vor versammelter Mannschaft und/oder gegenüber den Führungskräften: „Das habt ihr gut gemacht …“ oder „Das ist ja prima …“ Sie werden sehen, die Mitarbeiter freuen sich über Lob und danken es Ihnen. Sie werden für Kritik und Empfehlungen zukünftig viel offener sein!

Lassen Sie uns noch einmal auf das Beispiel vom Anfang zurückkommen. Was hätte der Vorgesetzte anders machen können, ja sogar machen müssen?

  1. Er hätte dort verweilen (und nachdenken) müssen.
  2. Er hätte sich mit dem Vorschlag beschäftigen, ihm durch gezielte Nachfragen mehr Aufmerksamkeit schenken müssen.
  3. Er hätte den Mitarbeiter für seine Idee loben und ihm danken müssen: „Das ist eine interessante Idee, vielen Dank! Das müssen wir aufgreifen und noch einmal besprechen.“
  4. Er hätte mit dem Mitarbeiter konkrete Absprachen treffen müssen: „Schreiben Sie das bitte mal in einer kurzen Notiz zusammen, damit ich die … (terminiert) … auf dem Schreibtisch habe. Innerhalb der nächsten zwei Wochen besprechen wir das nochmal und entscheiden dann über die Umsetzung.“

Dieser Mitarbeiter fühlt sich wertgeschätzt. Sein Vorschlag ist angemessen aufgenommen worden. Die Konsequenz wird sein, dass er auch bei nächster Gelegenheit wieder Ideen einbringen wird.

Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal jemanden gelobt?

 

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