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Feste feiern – So machen Sie Ihre Unterweisung attraktiver

Feste feiern – So machen Sie Ihre Unterweisung attraktiver

„Schon wieder so eine langweilige Unterweisung!“ Das denkt sich mancher Mitarbeiter, wenn er den Aushang mit der Terminankündigung erhält. Warum betten Sie eine Unterweisung nicht einmal in ein Rahmenprogramm ein und nutzen sie auch gleich noch zur Förderung der Betriebsklimas? Hier erfahren Sie einige nutzbare Tipps & Tricks!

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

So haben wir eine mittelständische Druckerei im Kundenstamm, die für einen Samstag eine Brandschutzunterweisung angekündigt hat. Die Mitarbeiter werden positiv überrascht sein, denn neben den Übungen mit dem Feuerlöscher wird sie ein Betriebsfest erwarten. Das hilft zum einen die Inhalte einprägsamer zu machen und kann zum anderen die Unterweisung attraktiver machen.

Die Überlegung der Inhaber war ganz einfach: Betriebsfeiern stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identifikation mit dem Arbeitgeber. Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Nicht nur Weihnachtsfeiern und Jubiläen sind eine Herausforderung und Chance für die Mitarbeiterkommunikation. Ausgelassen feiern? Mehr über die Mitarbeiter erfahren? Die eigene (Führungs-)Rolle deutlich einnehmen? – Eine Aufgabe, die nicht immer einfach ist. Ein Firmenfest stellt nicht nur eine große Herausforderung für alle, insbesondere beim Miteinander dar.

Die Rede

Bei einem solchen Anlass wird eine Rede der verantwortlichen Führungskraft oder des Organisators mit Spannung erwartet und großem Interesse verfolgt. Dabei die  richtige Mischung zwischen einer deutlichen Ansprache und einer feierlichen Lockerheit zu finden stellt jeden Redner in solchen Momenten vor eine große Aufgabe.

Der Weg zu einer motivierenden Rede

Ein Betriebsfest eines Unternehmens ist mehr als eine normale Festlichkeit. Ein Betriebsfest ist und sollte stets ein kleiner Höhepunkt im Geschäftsabschnitt sein, um der Belegschaft und den Mitarbeitern für die erbrachte Leistung zu danken.

Es kann aber auch Motivation und Wertschätzung sein. So hat der Betreiber eines Freizeitbades vor der Neueröffnung das Personal zu einem zweitägigen Betriebsausflug zusammengeholt. In diesen zwei Tagen wurden wichtige Unterweisungen für die Sicherheit und Organisation des Betriebs durchgeführt. Gleichzeitig wurde diese Zeit aber auch zur Teambildung effektiv genutzt.

In ihrer einleitenden Rede hat die verantwortliche Führungskraft den Blick auf all die wichtigen Dinge gelenkt, die vom Personal erwartet werden, aber auch auf die Dinge, die geschätzt werden sollten – ob beruflich oder privat. Die zwei Tage wurden zu einem vollen Erfolg und die Mannschaft startete wenige Tage später problemlos und erfolgreich in ihre neue Aufgabe.

Nachfolgend habe ich sieben Tipps für eine motivierende Ansprache für Sie zusammengestellt:

1. Definieren Sie Ihre Zielgruppe:

  • Wer sitzt Ihnen gegenüber?
  • Arbeiten diese Personen tagtäglich zusammen?
  • Kennen sich alle persönlich?
  • Haben diese gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse, auf die Sie in Ihrer Ansprache eingehen können?
  • Sehen sich die einzelnen Mitarbeiter nur ein- bis zweimal die Woche?
  • Teilen deshalb nicht alle die gleichen Erlebnisse?
  • Auf welche übergreifenden Inhaltsaspekte müssen Sie dann zurückgreifen, um alle Zuhörer anzusprechen?

Beispielsweise die gemeinsam geschulterte Einbindung einer neuen Kundenzielgruppe oder die Steigerung des Umsatzes.

Wenn Sie diese Fragen beantworten, notieren Sie sich bereits die ersten Stichpunkte. Diese helfen Ihnen dann, das Interesse aller Mitarbeiter zu erregen.

2. Konzentrieren Sie sich auf 3 Kernbotschaften

Überfrachten Sie Ihre Ansprache nicht mit zu vielen Botschaften und Inhalten, schließlich wollen Sie ja Ihre Zuhörer motivieren. Konzentrieren Sie sich also auf maximal drei Kernbotschaften.

Hier ein Beispiel:

  • Botschaft 1: Die Arbeitsplätze sind sicher.
  • Botschaft 2: Ihr Einsatz hat das Unternehmen in der jüngsten Vergangenheit gestärkt.
  • Botschaft 3: Dank Ihrer Mitwirkung ist die Anzahl unserer Arbeitsunfälle deutlich zurückgegangen, das hat uns die Achtung unserer Auftraggeber und neue Aufträge eingebracht

Untermauern Sie jede einzelne Ihrer Kernbotschaften mit kleinen Beispielen und Fakten. Zeigen Sie auf, weshalb dies so ist – nachfolgend am Beispiel der Botschaft 3:

„Dadurch, dass wir alle unsere Staplerfahrer in den letzten zwölf Monaten noch einmal geschult haben, sind sie alle viel umsichtiger beim Umgang mit den Fahrzeugen geworden. Die Beschädigungen an Waren haben im Verhältnis zu früher um mehr als 70% abgenommen und wir hatten in den letzten neun Monaten keinen Unfall. Danke für Ihre Mitwirkung!“

3. Heben sie Positives hervor

Im Fokus Ihrer Rede sollten Erfolge und positive Entwicklungen liegen, wie es gerade schon an der Beispielbotschaft 3 beschrieben wurde. Unabhängig davon, welche Krisen oder Schwierigkeiten das Unternehmen vielleicht gerade durchlaufen musste: Vermeiden Sie in Ihrer Rede Aussagen wie:

  •     „… in einer Krise können wir heute einmal durchatmen …“ oder
  • „… es ist schön, dass wir trotz einiger Konflikte im Team heute so friedlich zusammensitzen können.“

Sie werden durch solche Worte nicht zur Motivation der Mitarbeiter beitragen. Vielmehr werden dadurch Demotivation und Verärgerung noch erhöht und der Einstieg in die Feier gestört.

Stärken Sie daher Ihre Mitarbeiter mental und heben Sie Positives hervor:

  •  „… trotz einer Krise haben wir zusammengehalten; sie hat uns zusammengeschweißt und stärker gemacht, als wir es jemals waren. Wir wissen jetzt, wir können uns aufeinander verlassen …“
  • „… obwohl wir eine schwierige Ausgangslage mit einer hohen Anzahl an Unfällen hatten, haben Sie alle mitgeholfen, und wir haben es gemeinsam geschafft, die Kriterien für ein erfolgreiches Arbeitsschutzmanagement zu erfüllen. Mit diesem Nachweis haben wir alle gemeinsam unser Unternehmen zukunftsfähig gemacht.“

4. Bedanken Sie sich konkret

Sprechen Sie in Ihrer Rede Ihre Wertschätzung deutlich aus. Verbalisieren Sie Ihre Anerkennung. Loben Sie! Geben Sie positives Feedback. Konkretisieren Sie Ihren Dank! Dadurch zeigen Sie Ihren Zuhörern Ihre Wertschätzung. Sei es für die Effi zienz im Team oder auch die Optimierung der Zusammenarbeit.

5. Produzieren Sie Bilder des Erfolgs

Ihre Rede darf visuell ansprechen, d. h., setzen Sie Metaphern und Redewendungen ein, die sofort Bilder in den Köpfen Ihrer Zuhörer entstehen lassen:

  •  „… wir sitzen in einem Boot. Gemeinsam können wir an Fahrt aufnehmen und unsere Konkurrenz hinter uns lassen …“

6. In der Kürze liegt die Würze

Nichts ist schlimmer als lange Reden von Vorgesetzten und Führungskräften. Fassen Sie sich kurz. Ihre Rede und Ihre Worte des Dankes sind wichtig. Doch Ihre Mitarbeiter wollen dann auch miteinander feiern. Deshalb sollte Ihre Rede nicht länger als 15 Minuten dauern.

Tipp: Proben Sie Ihre Ansprache zuerst vor dem Spiegel. Bitten Sie eine Ihnen nahestehende Person, sich die Rede vorher einmal kritisch anzuhören. Ein erfahrener Betriebsratsvorsitzender hat mir vor kurzem erzählt, dass er jede seiner Reden vorher vor dem Hausmeister hält. Stoppen Sie Ihre Zeit – und kürzen Sie, falls Sie die 15 Minuten überschritten haben sollten.

7. Stoßen Sie gemeinsam an und eröffnen Sie das Buffet

Beenden Sie Ihre Rede mit einer gemeinsamen Handlung oder einem Ritual:  „Ich erhebe jetzt mein Glas, um mit Ihnen allen anzustoßen: Auf ein fröhliches Miteinander, nach einer erfolgreichen und nachhaltigen Unterweisung! … Lassen Sie uns jetzt zum geselligen Teil übergehen, denn das Buffet lacht uns mit seinen Köstlichkeiten schon viel zu lange an.“

Neue Aufgaben während der Feier

Nachdem nun der offizielle Teil für Sie als Führungskraft beendet ist, stehen Ihnen neue Aufgaben bevor. Betriebsfeste sind gute Chancen, den Mitarbeitern nahe zu sein und Kontakt herzustellen. Studien haben ergeben, dass Arbeitnehmer in Deutschland im Durchschnitt weniger als zwei Stunden im Jahr mit ihrem Arbeitgeber bzw. ihren Vorgesetzten sprechen. Das ist zu wenig.

Mitarbeiterführung gelingt dann, wenn ein Vertrauensverhältnis herrscht. Für Vertrauen braucht es aber einen guten Kontakt zwischen Arbeitgeber/Führungskraft und Arbeitnehmer. Betriebsfeste sind eine gute Chance, sich ungezwungen kennenzulernen.

Es stellt sich an dieser Stelle also nicht die Frage, ob Sie als Führungskraft bei einer Firmenfeier mitfeiern sollten oder vielleicht dadurch Ihre Autorität untergraben. Natürlich sollten Sie auch ausgelassen sein und es ist eine Aufgabe als Führungskraft mitzufeiern.

Häufig stellt sich die Problematik, dass Mitarbeiter den Smalltalk mit einer Führungskraft scheuen. Häufig ist der Chef für die Mitarbeiter ein unbekanntes Wesen. Von sich aus suchen sie oftmals nicht den Kontakt zum Vorgesetzten oder das Gespräch. Und leider halten sich auch die Entscheider häufig zurück. Oft sieht man Führungskräfte auf Betriebsfeiern allein oder in Grüppchen unter sich. Doch das ist das falsche Signal. Die Mitarbeiter nehmen die Führungskräfte so als einen kleinen, geschlossenen Kreis wahr. Das kann bestehende Unsicherheiten vergrößern und sogar Misstrauen schaffen. Besser ist es, als „Chef“ aktiv den Smalltalk mit möglichst vielen Mitarbeitern zu suchen. Verteilen Sie Ihre Zeit und Aufmerksamkeit bei Firmenfeiern gerecht. Der Hausmeister, die Putzfrau und das Kantinenpersonal haben ebenso ein paar nette Worte verdient wie der Leiter des Controllings. Für Sie gilt: Natürlich können Sie nicht mit allen Mitarbeitern sprechen, aber sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihre Stellvertreter zumindest mit einem Mitglied aus jeder Abteilung gesprochen haben.

Tipp: Damit Sie im Smalltalk nicht gezwungen wirken, beziehen Sie sich beispielsweise auf den Veranstaltungsort, das Essen oder die Musik. Meist plätschern diese Gespräche an der Oberfläche vor sich hin. Es geht in diesen Gesprächen nicht darum, Interna zu besprechen oder aktuelle Probleme zu behandeln. Auch müssen Sie sich nicht zwingend auf die gerade durchgeführte Unterweisung beziehen.

Es kann aber häufig dazu kommen, dass Ihre Mitarbeiter Sie auf Missstände oder Probleme ansprechen. Diese Themen haben auf einer Betriebsfeier keinen Platz. Bieten Sie Ihre Gesprächsbereitschaft an, allerdings nicht zu diesem Zeitpunkt, sondern in einem Gespräch einige Tage später. Halten Sie dieses Angebot dann aber auch ein und verabreden Sie zeitnah einen Gesprächstermin.

Und der Rest des Abends …

Als Führungskraft haben Sie eine Vorbildfunktion. Wenn Sie als Chef die Krawatte ablegen, können Sie es Ihren Mitarbeitern nicht übel nehmen, wenn sie das ebenfalls tun. Wenn Sie tanzen können und wollen – machen Sie das. Es ist sicher ein großer Spaß für Ihr Team. Wichtig ist jedoch, dass Sie zu angemessener Zeit signalisieren, dass der offizielle Teil beendet ist. Mitarbeiter mit familiären Verpflichtungen wollen vielleicht früh nach Hause, aber bleiben ansonsten aus Anstand. Verkneifen sollten Sie es sich, als Letzter zu gehen.

Unterweisung attraktiver machen

Fazit: Sie sollten die Erlebnisse der Betriebsfeier für die Mitarbeiterführung nutzen. Sie haben mit Ihrem Team etwas Gemeinsames erlebt, an das Sie erinnern können. Und freuen Sie sich darüber, wenn in den Tagen nach der Feier eine gelöste Stimmung im Büro herrscht. Das ist das sicherste Zeichen dafür, dass das Fest ein Erfolg war. Blicken Sie einer Betriebsfeier stets positiv entgegen. Die Feier mit Ihren Mitarbeitern kann Ihnen nicht nur einen schönen Abend bescheren. Vielmehr kann dieser Abend das Betriebsklima beeinflussen und Ihr Ansehen bei den Mitarbeitern steigern, den Kontakt verbessern und Ihnen einen guten Einblick in die Mitarbeiterstruktur gewähren. Durch Ihre Rede können Sie das Team einschwören und Dank an die Mitarbeiter richten. Eine gelungene Betriebsfeier ist häufig mehr wert als viele Teamsitzungen oder Einzelgespräche und wird nachhaltig wirken. Nichts ist also leichter, als das Nützliche mit dem Erfreulichen zu verbinden und letztlich eine Unterweisung attraktiver machen.

 

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