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Erfolgreiche Unterweisung im sicheren Rangieren mit einer Ameise

Erfolgreiche Unterweisung im sicheren Rangieren mit einer Ameise

Das Rangieren mit einer elektrisch angetriebenen Ameise will gelernt sein und Bedarf einiger kleiner Sicherheitsgrundsätze und natürlich der Übung. Um einer der größten Gefahren beim Rangieren mit einer Ameise zu entgehen, darf bei der Bedienung nie zwischen Deichselkopf und Antriebsrad gestanden werden. Denn dort funktioniert der Auffahrschutz nicht, was zu gefährlichen Quetschungen führen kann.

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Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Es muss beim Rangieren mit einem Hubwagen immer darauf geachtet werden, dass sich keine Personen im Gefahrenbereich befinden. Ein Gefahrenbereich entsteht überall dort, wo eine Gefährdung einer Person durch die Ladung oder den Hubwagen selbst entsteht. Um solche Situationen zu vermeiden, sollte genügend Abstand zu anderen Personen gehalten werden.

Damit anderen Kollegen das Beiseitetreten ermöglicht wird, ist eine kurze Warnung vor dem Vorbeifahren angebracht. Prinzipiell sollten immer ausreichend breite Wege genutzt werden, denn so kann man das Unfallrisiko in einer solchen Situation minimieren. Wird es doch einmal etwas enger, sollte darauf geachtet werden, dass die Hand nicht zwischen Deichselkopf und einem Hindernis eingequetscht werden kann.

Muss einmal rückwärts rangiert werde, sollte immer der Bereich im Rücken im Auge behalten werden, da man sich andernfalls im schlimmsten Fall einquetschen oder über die eigenen Füße fahren kann. Man sollte sich dabei niemals auf die Betriebsbremse oder den Auffahrschutz verlassen. Halte dich daher stets den Rücken frei!

Grundsätzlich sollte nur im Schleichgang rangiert werden, da man im Gefahrenfall schneller zum Stehen kommt und einfacher und präziser lenken kann. Zudem darf nur mit abgesenkten Gabeln gefahren werden.

Muss mit einem Hochhubwagen eine Palette in ein Regal oder an einen anderen höher gelegenen Ort gestellt werden, sollte bereits vor dem Anheben der Last die richtige Position gefunden sein, sodass später nur noch vor- und zurückgefahren werden muss und ein seitliches Verfahren nicht mehr erforderlich ist. Muss doch einmal einige Zentimeter zur Seite rangiert werden, können die Gabeln oben bleiben. Dann sollte aber darauf geachtet werden, dass keine andere Person im Gefahrenbereich unter der Last steht. Ist etwas mehr Rangierarbeit notwendig, wird dies nur mit abgesenkten Gabeln getan, da aufgrund des veränderten Schwerpunktes der gesamte Hochhubwagen leichter kippen kann.

Wenn man sich an diese wenigen Grundsätze beim Rangieren hält, können Unfälle mit Flurförderzeugen drastisch reduziert werden.

Prüfung eines Hubwagens

Wie ein Hubwagen richtig zu bedienen ist, ist nun klar. Doch was muss man bei einem Hubwagen technisch alles beachten? Wann und wie muss ein Hubwagen geprüft werden?

Laut § 37 der Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift D27 muss der Unternehmer dafür sorgen, dass das Flurförderzeug, sämtliche Anbaugeräte sowie die für den Betrieb in Schmalgängen erforderlichen Sicherheitseinrichtungen mindestens einmal im Jahr durch eine sachkundige Person geprüft werden. Diese Prüfungen erstrecken sich von dem Zustand der Bauteile und Einrichtungen über die Vollständigkeit und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen bis hin auf die Vollständigkeit des Prüfnachweises.

Geprüft werden bei den Hubwagen das Fahrwerk und natürlich auch das Hubwerk selber. Zu der Prüfung des Fahrwerks zählen die Lenkung, wobei hier nicht nur die Deichsel gemeint ist, sondern beispielsweise auch die Radlager, die Achsaufhängung und Gelenke, die Bremsen, die Räder und das Fahrgestell, sprich Rahmen und Traversen (Schweißnähte), die Befestigung des Hubgerüstes am Fahrgestell, die Plattformsicherung und eine eventuelle Anhängekupplung.

Die Prüfung des Hubwerks gestaltet sich da schon etwas aufwendiger. Zunächst wird die Hydraulikanlage in Augenschein genommen. Dabei kommt es darauf an, dass der Arbeitszylinder und die Steuerventile einwandfrei arbeiten und bei Nennlast dicht sind sowie dass die Betätigungshebel in die Nulllage zurückspringen. Als Nächstes wird das Hubgerüst geprüft, also die Rollen, Gleitschienen und die Sicherheitsanschläge.

Nun sind die Huborgane an der Reihe. Je nach Art des Flurförderzeugs arbeiten diese mit einem Seil oder einer Lamellenkette. Das Hubseil wird während des Gebrauchs überwacht. Die Lamellenkette kann dagegen einer Probebelastung in einer Prüfmaschine mit dem 1,5fachen der Höchstlast unterzogen werden. Bleibt die Kette für die Belastungsprüfung eingebaut, wird mit dem 1,25fachen der Höchstlast geprüft. Achte vor Antritt der Prüfung darauf, ob die Kette Risse und andere Abnutzungserscheinungen an den Bolzen aufweist und nicht um mehr als 3 % gelängt ist. Andernfalls solltest du die Kette vorher tauschen lassen. Zuletzt werden die Lastaufnahmemittel geprüft. Die Gabeln werden dabei auf Abnutzung geprüft, also daraufhin, ob diese eine vorgegebene Dicke des Herstellers nicht unterschreiten, mit der zulässigen Höchstlast belastet und auf spätere Verformung getestet. Die Gabeln sollten zudem keine Risse aufweisen.

Das rückengerechte Arbeiten mit Paletten

Wie man den Hubwagen sicher bedient, sollte dir nun deutlich geworden sein. Genauso, was technisch bei einem Hubwagen zu beachten ist. Doch am Ende der Fahrt wartet in der Regel noch die mühselige Arbeit, die Palette abzuräumen. Um den Rücken der Mitarbeiter zu schonen, muss rückengerechtes Arbeiten mit in die Unterweisung einfließen. Zunächst sollte die Palette nach Möglichkeit und Platz von allen Seiten begehbar sein. So wird vermieden, dass ein Mitarbeiter sich über die gesamte Palette lehnen muss und so seinen Rücken einer hohen Belastung aussetzt.

Wird eine Last in einem zu weiten Abstand vom Körper angehoben und dazu mit einem krummen Rücken, entstehen enorme Belastungen für die Bandscheibe. Hebt der Mitarbeiter beispielsweise ein 50-kg-Gewicht mit krummem Rücken, lastet auf den unteren Lendenbandscheiben etwa das Zwanzigfache des ursprünglichen Gewichtes, also 1.000 kg. Eine junge Bandscheibe kann dies, wenn es nicht allzu häufig geschieht, recht gut verkraften. Ist die Bandscheibe aber dem Alterungsprozess unterworfen, kann es schnell zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Dabei kommt es zu einem Riss in der Faserstruktur der Bandscheibe, wodurch sich der Bandscheibenkern Richtung Rückenmark wölbt und dort zwischen den Wirbeln heraustritt. Ein solcher Vorfall bedeutet für das Unternehmen zum einen, dass der Mitarbeiter wochenlang ausfällt, und zum anderen, dass er nie wieder so belastbar ist wie vorher und seine alte Tätigkeit nur eingeschränkt oder gar nicht wieder aufnehmen kann.

Ist die Palette also von allen Seiten gut zu erreichen, kann der Mitarbeiter bequem um die Palette herumgehen und so den Abstand zwischen Körper und Gewicht gering halten. Idealerweise steht die Palette nicht unten auf dem Fußboden, sondern wird leicht angehoben, um zu tiefes Bücken zu vermeiden. Ein geringer Abstand zwischen Last und Körper nützt leider wenig, wenn der Mitarbeiter seinen Oberkörper zum Einräumen verdreht. Dabei entsteht eine enorme Belastung für die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule sollte unter Last immer gerade sein. Daher sollte man besser einen Schritt mehr machen, um sich mit dem ganzen Körper umzudrehen, anstatt einen geschädigten Rücken zu bekommen, nur weil man sich einen zusätzlichen Schritt sparen wollte. Mache den Mitarbeitern deutlich, wie wichtig rückengerechtes Arbeiten für sie selber ist, da die Mitarbeiter durch einen ruinierten Rücken auch im Privatleben sehr eingeschränkt werden.

 

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