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Unterweisung: Erstunterweisung von Auszubildenden

Unterweisung: Erstunterweisung von Auszubildenden

Jedes Jahr beginnt etwa zur selben Zeit für viele junge Menschen ein neuer aufregender Lebensabschnitt. Heraus aus dem langweiligen Schulalltag und ab in die neue spannende Berufswelt. Voller Tatendrang und Enthusiasmus möchten die Auszubildenden mit der Arbeit beginnen. Erfahren Sie hier, welche Besonderheiten Sie beachten müssen.

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Der ein oder andere vergisst dabei schon einmal, was für Gefahren bei der Arbeit lauern, oder kann diese gar nicht erst einschätzen. Nicht selten liest man immer wieder tragische Berichte über Unfälle, in denen Auszubildende zu Schaden kommen: „15-jähriger Lehrling stirbt beim Arbeitsunfall – Ein 15-Jähriger ist in einer Augsburger Stahlbaufirma von Metallteilen getroffen worden. Der Lehrling kam bei dem Unfall ums Leben. Ermittler prüfen nun, wie das passieren konnte“. Den Auszubildenden kann man an dieser Stelle selten einen Vorwurf machen. Bei ihnen mangelt es an Erfahrung, sie möchten möglichst viel selber machen, und zudem haben sie ein verstärktes Bedürfnis, dem Arbeitgeber zu gefallen. Daher ist es Ihre Aufgabe, die Auszubildenden „an die Hand zu nehmen“ und sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Jede dieser Schulungen muss als Unterweisung dokumentiert werden. Denn nur so können Sie Mitarbeiter bekommen, die gleichermaßen sicher und effizient arbeiten.

Der Grundbaustein für Arbeitssicherheit wird in der Ausbildung gelegt

Doch wie schaff en Sie es am besten, Ihren Mitarbeitern sicheres Arbeiten beizubringen? Einen wichtigen Grundstein dafür können Sie bereits in der Ausbildung legen. Integrieren Sie die sichere Handhabung von Geräten und die sichere Durchführung von Arbeitsabläufen in die Ausbildung. Eine sehr wichtige Rolle spielen hier die Ausbilder, Führungskräfte und die bereits ausgebildeten Kollegen, mit denen die Auszubildenden Umgang haben. Wenn diese Personen sicheres Arbeiten auf ihren Fahnen stehen haben und den Auszubildenden klarmachen, was die Folgen von Nichtbefolgen der Anweisungen sind, werden die Auszubildenden das sichere Arbeiten in ihre eigene Tätigkeit integrieren. Dies wird sich dann bei den Auszubildenden festigen und in Fleisch und Blut übergehen. Damit dies geschieht, ist die richtige Auswahl der Ausbilder von großer Relevanz. Wenn Sie Kollegen haben, die beispielsweise gerne einmal auf ihre Persönliche Schutzausrüstung (PSA) verzichten, sei es aus Bequemlichkeit, „Coolness“ oder sonstigen Gründen, eignen sich diese Personen absolut nicht als Ausbilder und Umgang für die Auszubildenden. Solche Personen erzeugen den Eindruck, es könne nichts passieren und sämtliche Vorschriften bezüglich Arbeitssicherheit dienten nur der Schikane.

Vertrautheit mit der Arbeitsumgebung und den Kollegen

Für die Auszubildenden ist nahezu alles im Betrieb neu. Die Abläufe, die Kollegen, die Umgebung. Dies hat zunächst eine Menge Stress für den Auszubildenden zur Folge. Daher sollten Sie für Ihren Auszubildenden eine angenehme Atmosphäre schaffen. Doch wie erreichen Sie das? Zunächst sollten Sie Ihrem Auszubildenden einen festen Ansprechpartner nennen und vorstellen. So hat der Auszubildende jemanden, dem er sich anvertrauen kann, dem er Fragen stellen kann und der ihn ein wenig mit den Abläufen und Ähnlichem vertraut macht. Natürlich sollten Sie dem Auszubildenden auch die anderen Kollegen und Vorgesetzten vorstellen, damit er einen groben Überblick der Personalstruktur bekommt. Um Sicherheit mit der neuen Umgebung zu schaffen, ist es sinnvoll, einen Betriebsrundgang in die Unterweisung einzubinden. Es nützt wenig, wenn Sie nur Bilder und Gebäudepläne von wichtigen Orten zeigen. Während des Rundgangs können Sie den Auszubildenden direkt die Sicherheitseinrichtungen erklären und zeigen um sie mit den Sicherheitsbeauftragten und Ersthelfern bekannt machen. Vergessen Sie dabei nicht, den Auszubildenden das Vorgehen bei einer Verletzung, unabhängig von deren Schwere, zu verdeutlichen. Dazu sollten Sie den Auszubildenden das Verbandbuch zeigen, erläutern und dieses dokumentieren.

 

Erstunterweisung

Bei neuen Betriebsangehörigen ist eine Erstunterweisung unverzichtbar, um sie umfassend auf alle Gefahren des neuen Arbeitsplatzes aufmerksam zu machen. Um keine wichtigen Punkte zu vergessen, nutze unsere vorbereitetenErfahre mehr

 

Die Sicherheitsunterweisung

Ob die Auszubildenden viele Inhalte aus Ihrer Sicherheitsunterweisung mitnehmen, hängt stark von Ihrem Vortragsstil ab. Ein direkter Vortrag, in dem lediglich Sie erzählen und ggf. einige Bilder zeigen, kann schnell langweilig werden. Speziell für junge Leute. Daher sollten Sie die Unterweisung interaktiv gestalten. Versuchen Sie, so viele Dinge wie möglich praktisch zu zeigen, anstatt zu erklären. Dies gilt sowohl für die allgemeine Sicherheitsunterweisung als auch für die arbeitsplatzspezifische Sicherheitsunterweisung. Dinge wie Notfall- und Rettungszeichen, Rettungswege, Notfalleinrichtungen etc. zeigen Sie den Auszubildenden am besten vor Ort im Betrieb. Dies kann im Anschluss an die theoretische Unterweisung geschehen. So können Sie den Auszubildenden beispielsweise auftragen, sich Notizen zu machen, um Ihnen bei einem Rundgang die Zeichen, Beschilderungen und Einrichtungen im Betrieb zu erklären. Dabei sollten Sie darauf achten, dass jeder einmal zu Wort kommt und sich keiner versteckt. Denn wie Sie sicher selber aus Ihrer Schulzeit wissen, werden einem solche Dinge nur schwammig oder gar nicht erklärt. Bei der arbeitsplatzspezifischen Unterweisung muss besonders auf die für den Arbeitsplatz relevanten Gefahren eingegangen werden. Dabei können Sie vor Ort den Arbeitsplatz zeigen und auf besondere Gefahren hinweisen. Es ist an dieser Stelle sehr wichtig, dass Sie auch offensichtliche Gefahren nennen, da sie Ihrem Auszubildenden mangels Erfahrung nicht unbedingt klar sein müssen. Dabei müssen Sie auch auf Betriebsanweisungen hinweisen. Denn diesen können die Auszubildenden wichtige Hinweise für ihre Tätigkeit entnehmen und bei Bedarf regelmäßig nachlesen. Ebenso wichtig ist der Hinweis auf Gefahrstoffe am Arbeitsplatz. Denn Auszubildende dürfen nur Umgang mit Gefahrstoffen haben, wenn

  • es für die Ausbildung wirklich notwendig ist,
  • während des gesamten Umgangs eine fachkundige Person Aufsicht führt,
  • der Arbeitsplatzgrenzwert nicht überschritten wird,
  • eine Betreuung durch einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit gewährleistet ist.

Sinn und Nutzen von PSA

Ist bei der Tätigkeit der Auszubildenden PSA, beispielsweise eine Schutzbrille oder Gehörschutzstöpsel, notwendig, sollten Sie dieses Thema unbedingt in Ihre Unterweisung einbinden. An dieser Stelle ist es sinnvoll, den Auszubildenden die später benötigte Ausrüstung während der Unterweisung in die Hand zu geben und zu erklären. Dabei sollten Sie nicht nur auf die richtige Handhabung und Einstellung eingehen, sondern auch deren Bedeutung erklären. An dieser Stelle können Sie durch geschickte Darstellung der Relevanz von PSA eine gewisse Akzeptanz bei den Auszubildenden schaff en, die Ausrüstung tatsächlich zu tragen.

Rechte der Auszubildenden

Ein Auszubildender muss grundsätzlich den Weisungen des Ausbilders Folge leisten. Jedoch gibt es an dieser Stelle auch Grenzen. Ist eine Aufgabe offensichtlich nicht dem Ausbildungsziel zuzuordnen, kann der Auszubildende die Ausführung der Tätigkeit verweigern. Ebenso müssen Auszubildende keine Tätigkeit verrichten, die ihre körperliche Kraft übersteigt. Zumal solche Aufgaben die Gesundheit des Auszubildenden schädigen können. Gleiches gilt für eindeutig gefährliche Aufgaben, die der Geselle oder Ausbilder vielleicht selber nicht ausführen will. Natürlich sollte der Ausbilder einem Auszubildenden niemals eine solche Tätigkeit aufbürden. Diese Rechte sollten Sie in jedem Fall in Ihrer Unterweisung ansprechen und mit sinnvollen Beispielen belegen, damit die Auszubildenden wissen, dass sie nicht allem Folge leisten müssen, was der Ausbilder verlangt.

Fazit

Bei Auszubildenden, speziell bei den Auszubildenden unter 18 Jahren, gilt es, einiges zu beachten. Sie sollten immer im Hinterkopf behalten, dass Sie besonders bei den Auszubildenden eine gute Basis für sicheres Arbeiten schaffen können.

Natürlich werden sich die Auszubildenden nicht alle Sicherheitshinweise aus der Unterweisung auf Anhieb merken können. Daher ist es sehr wichtig, dass bei den Ausbildern, die vor Ort mit den Auszubildenden arbeiten, sicheres Arbeiten an erster Stelle steht. Weisen Sie die Auszubildenden immer wieder auf die Wichtigkeit einer sicheren Ausübung der Tätigkeiten hin. So können Sie von Beginn an das Sicherheitsbewusstsein und das Auge für das Erkennen von Gefahren der Auszubildenden schulen. Auszubildende sollten Sie unbedingt mindestens halbjährlich unterweisen, oder machen Sie das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz doch zum festen Bestandteil des wöchentlichen Werkunterrichts.

 

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