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Wie Sie professionelle Unterweisungsposter selbst erstellen

Wie Sie professionelle Unterweisungsposter selbst erstellen

In einer Unterweisung wird über zahlreiche Kanäle mit den Mitarbeitern kommuniziert, um ihnen die wichtigen Arbeits- und Gesundheitsschutzthemen nahezubringen und verständlich aufzubereiten. Sie als unterweisende Führungskraft bedienen sich der verbalen und nonverbalen Kommunikationsmittel.

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Außerdem verwenden Sie häufig in den Unterweisungen verschiedene Medien wie Power-Point-Präsentationen, Flipcharts oder Filme. Ein sehr positives und nachhaltiges Präsentationsmittel ist ein Unterweisungsposter.

Poster sind meistens DIN A0 große Präsentationen, die ein klar umrissenes Thema darstellen und ohne zusätzliche Erklärung für sich selbst sprechen sollen. Wenn Sie heute ein Poster für eine Unterweisung erstellen, können Sie dieses anschließend in Aufenthaltsräumen oder Fluren aufhängen, bei anderen Betriebsveranstaltungen wiederverwenden oder auch als Datei den Kollegen zum späteren Nachschauen zur Verfügung stellen. Die Nachhaltigkeit eines Posters ist dementsprechend allein durch die Vielseitigkeit der Nutzung sehr hoch.

Ein Poster ist unabhängig von der Technik und lässt sich fast überall aufhängen. Häufig finden Unterweisungen in Aufenthaltsräumen ohne Beamer oder Flipchart statt oder sogar direkt im Betrieb für eine bessere Veranschaulichung. In diesen Fällen sind Poster sehr nützliche Kommunikationsmittel, da Sie sie leicht an eine Wand befestigen können.

Ein Poster sollte eine übliche Gedankenfolge anbieten:

  1. Problemstellung: Bedeutung, Abgrenzung des ausgewählten Problems.
  2. Zielsetzung: Welche Ziele verfolgt diese Schutzmaßnahme?
  3. Welche Fragen sollten durch das Poster beantwortet werden?
  4. Anhand welcher Methodik sollte man zur Zielerreichung vorgehen?
  5. Welche Ergebnisse/Fakten liegen vor?
  6. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich für den Betrachter?
  7. Welche Konsequenzen sollten die Mitarbeiter für die Praxis daraus ziehen?

Die Vorbereitung des Unterweisungsposter

Vor der Produktion des Posters sollten folgende Punkte geklärt werden:

  • Was ist das Ziel meines Unterweisungsposter?
  • Was ist meine Hauptaussage?
  • In welchem Kontext wird das Unterweisungsposter gezeigt (Publikum, räumliche Gegebenheiten)?
  • Welche Produktionsmethode soll verwendet werden (evtl. Collage)?
  • Genügend Zeit für die Vorbereitung einplanen!

Ein Poster soll zum Lesen einladen. Damit ein Poster Erfolg hat, soll es interessant gestaltet sein und folgende Gestaltungsmerkmale berücksichtigen:

Der Titel

  • Er ist eine Konzentration der Hauptaussage.
  • Er ist groß, klar und verständlich zu gestalten und muss aus einer Distanz von etwa 5 m gut lesbar sein.
  • Er sollte so interessant wie möglich formuliert werden, z. B. durch Fragestellungen oder auch gelegentlich unübliche Begriffe.
  • Die Information und deren Bisanz, Wichtigkeit und Fachlichkeit dürfen allerdings nicht zugunsten von Spielereien geopfert werden.

Die visuelle Gestaltung

  • Sie sollten die Verteilung der Bilder (Fotos, Diagramme oder Grafiken) und des Textes berücksichtigen, und zwar in einem Verhältnis von etwa 50 %.
  • Sie besticht durch eine sinnvolle Farbgestaltung, wobei die Verwendung von Farben erklärbar sein und den Text unterstützen und nicht verdecken sollte.
  • Sie weist eine klare Struktur und abgetrennte Bereiche auf, indem die Gesamtfläche in Spalten aufgeteilt wird.
  • Sie wird eventuell haptisch ergänzt.

Der Text

  • Er zeichnet sich durch eine geringe Dichte aus und enthält möglichst keinen Lauftext.
  • Er verfolgt das Ziel: Weniger ist mehr!
  • Er gerät durch seine farbliche Gestaltung nicht mit anderen Farbelementen des Unterweisungsposter in Konflikt.
  • Er wird gestaltet nach dem Motto „the less the better“ und beinhaltet „need to know“ statt „nice to know“.
  • Er besteht hauptsächlich aus Schlüsselwörtern und nicht aus Lauftext.
  • Er wird in großen Buchstaben (min. 7 mm) geschrieben und enthält große Zeilenabstände (mind. 8 mm). Quellenangaben dürfen kleiner sein.Er kann durch weiterführende Texte ergänzt werden, die am Poster ausliegen.
  • Er sollte in 2 bis 3 Minuten gelesen werden können.

Fotos, Diagramme, Grafiken

  • Sie besitzen eine selbsterklärende Legende.

  • Sie berücksichtigen dieselben Größenkategorien wie der Text selbst (etwa bei Achsenbeschriftungen).

Die Struktur

  • Sie kann durch Spalten (bis zu 3) unterstützt werden.
  • Sie besitzt deutlich abgegrenzte Einheiten mit unterschiedlichen Inhalten und Überschriften (z. B. Ziele, Methoden, Resultate, Schlussfolgerungen, Perspektive etc.), die durch Farben ein- und abgegrenzt werden.
  • Sie hebt die Schlussfolgerungen hervor (durch Farben, Grafiken, entsprechende Stelle auf dem Poster etc.).
  • Sie weist den Quellenangaben einen nicht dominierenden Platz am unteren Rand des Posters zu.

Ein erfolgreiches Poster fördert die Diskussion und regt den Austausch der Zuhörer an. Genau das sollten Sie in einer Unterweisung auch erreichen wollen – die tatsächliche Auseinandersetzung der Mitarbeiter mit den Arbeitsschutzthemen. Damit Sie diesen Effekt erreichen, sollten Sie folgende Kriterien beachten:

1. Ein provokativer Inhalt

  • überraschende Herleitung, Aussagen oder Resultate.
  • Platz für Kommentare durch Post-its, dann ist plötzlich eine Meinung erfragt.

2. Frage- und Ausrufezeichen auf Bildern, Diagrammen und Grafiken

3. Zielgruppengerechte Kommunikation

  • Passendes Vokabular verwenden.
  • Fachspezifische Abkürzungen einbringen.

Schauen Sie nach einem zeitlichen Abstand auf Ihr Poster und hinterfragen Sie kritisch: Haben Sie einen Titel gewählt, der neugierig macht? Sind die Farbstrukturen des Posters ruhig und dem Thema angemessen gewählt? Kann man die Schrift gut lesen und den Sinn des Posters sofort erschließen? Werden die Betrachter des Posters die Konsequenz aus den Informationen ziehen, die Sie sich wünschen?

Checkliste: Poster-Erstellung

1. Inhalt und Aussage = neu und relevant:

  • Beschränkung aufs Wesentliche, ohne zu sehr zu verallgemeinern und zu grob zu werden

2. Umsetzung und Gestaltung:

  • Schlüsselbegriffe
  • Kurze Sätze
  • Diagramme statt Tabellen
  • Legenden und Skalen lesbar
  • Hervorhebungen

3. Technik und Ästhetik:

Text:

  • Aus 5 m gut lesbar
  • Klare Schriften
  • Abkürzungen vermeiden

Farbe:

  • Figur-Grund-Differenzierung
  • Zuordnung und Wiedererkennung
  • Funktionalität
  • Freifläche erhalten

4. Verständlichkeit und Originalität:

  • Einfachheit und Klarheit
  • Kürze und Prägnanz
  • Gliederung und Ordnung
  • Zusätzliche Stimulanz

Fazit

Bei der Erarbeitung eines Posters geht es schlussendlich immer darum, dass Inhalt und Gestaltung in einen Einklang gebracht werden. Sie sollten der Gestaltung und der Ästhetik einen hohen Grad an Aufmerksamkeit schenken. Die interessanten und spannenden Inhalte können dem Betrachter des Unterweisungsposter nur dann vermittelt werden, wenn das Poster Interesse und Aufmerksamkeit weckt. Im oft sachlich nüchternen Unterweisungsbereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes verleihen Poster einen kleinen „Farbklecks“ und regen zum Nachdenken an. Die Nachhaltigkeit dieses Kommunikationsmittels ist besonders im Bereich der Unterweisung extrem hoch und spricht somit im hohen Maße für die Verwendung von Postern. Nehmen Sie sich die Zeit und frischen Sie Ihre Unterweisungen durch die Verwendung selbst gestalteter und entworfener Poster auf. Es wird sich auf jeden Fall lohnen!

 

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