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Mit bildhafter Sprache spannend und effektiv unterweisen

Mit bildhafter Sprache spannend und effektiv unterweisen

Mit bildhafter Sprache unterweist du spannend und effektiv. Der Praxisalltag hat gezeigt: Wenn du Unterweisungen durchführst, sprichst du in Bildern, und nutzt Bilder, um Gesprochenes zu untermauern. Hier erfährst du, wie du es am besten tust und deine Unterweisung überzeugend durchführen kannst. Deine Mitarbeiter werden es dir danken!

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Über den Autor

Holger Kück ist Geschäftsführer der KUECK Industries Ltd. Als Sicherheitsingenieur verfügt Holger Kück über langjährige Berufserfahrung. Die Unterweisung von Mitarbeitern gehört zu seinem Tagesgeschäft. Aufgrund eines eigenen Seminargeschäfts hält er für seine Leser Tipps und Methoden bereit, die einfach anzuwenden sind.

Sprich in Bildern

Martin Luther King jr. war nicht nur ein außergewöhnlicher Mann, sondern auch ein herausragender Redner.

Um seine Zuhörer zu erreichen, zu bewegen und anzuregen, hat dieser Kämpfer in seiner Rhetorik nicht nur Wiederholungen, Reime, Rhythmus und Rückgriffe aus der Bibel benutzt, sondern auch Bilder. Immer wieder Bilder. Bilder, die das Verborgene sichtbar machen, das Fremde vertraut, das Komplizierte einfach. Bilder, die Menschen einfach verstehen, die jeden erreichen und berühren. Bilder, die Gefühle bei den Zuhörern auslösen und sie zum Nachdenken und Handeln treiben. Das kannst du in deinen Unterweisungen auch.

Die Bilder von Martin Luther King jr. – wie das von den kleinen schwarzen Jungen und Mädchen in Alabama, die mit kleinen weißen Jungen und Mädchen Hände schütteln als Brüder und Schwestern – sind vielen Menschen in Erinnerung geblieben und bewegen viele heute noch. Doch Martin Luther King jr. ist kein Pionier in der Anwendung der bildhaften Sprache gewesen. Seit der Antike benutzen erfolgreiche Redner wie Demosthenes, Cicero etc. Metaphern und Bildgeschichten, um ihre Reden bunter und verständlicher zu gestalten.

Warum verwenden erfolgreiche Redner die bildhafte Sprache?

Der Grund liegt in der Aufteilung unserer Gehirnbereiche: Der linke Gehirnteil ist eher logisch aufgebaut, denn er prüft die Inhalte auf deren Richtigkeit, der rechte dagegen arbeitet assoziativ und speichert alles in Bildern ab.

Kraftvolles Formulieren mit bildhafter Sprache überzeugt also schnell und gibt unseren Worten Dynamik und Durchschlagskraft. Nur eine lebendige Sprache fesselt den Zuhörer und macht unsere Argumentation interessant, leicht verdaulich und verleiht dem Gesagten Überzeugungskraft.

Der starken Suggestion von Sprachbildern – also bildhaften Gleichnissen – kann sich niemand entziehen. Mit bildhafter Sprache gibst du deinen Argumenten Schwung und erhöhst die Aufmerksamkeit für deine Ausführungen. Man könnte auch sagen: Die Sprache in bildhaften Gleichnissen ist der Sauerstoff, der das Gesagte lebendig und anschaulich macht und den Zuhörer emotional beeinflusst.

Sprechende Bilder

Schon Kleinkinder verstehen Bilder, lange bevor sie lesen können. Bilder sind tief im menschlichen Leben verankert. Sie vermitteln Emotionen. Sie wirken in ihrer Anschaulichkeit unmittelbar überzeugend. Was der Mensch hört und sieht, bleibt bis zu 5-mal besser im Gedächtnis haften als das nur Gehörte. Denn Bilder besitzen die Fähigkeit, Zusammenhänge und Aussagen zu verdeutlichen, meist viel besser als Sprache.

Achte bei deinen Unterweisungen daher darauf, dass deine Bilder unmissverständlich sind und dem gewünschten Zweck gerecht werden. Erfolgreiche Visualisierung setzt voraus, dass du den Einsatz der Bilder gezielt planst. Frage dich deshalb bei der Vorbereitung jeder Präsentation:

  • Bei welchen Abschnitten lohnt sich die Visualisierung? Bietet sie sich an? Ist sie zwingend erforderlich?
  • Welche Art von Bildern kann den Inhalt am besten visualisieren?

Bleibe kritisch bei der Beantwortung dieser Fragen. Du musst nicht ständig alles visualisieren. Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Zu viele Bilder machen den guten Effekt zunichte. Es kommt darauf an, dass die Bilder deinem Publikum wirklich neue Informationen oder Einsichten vermitteln.

5 Tipps für die Arbeit mit Bildern in der Unterweisung

1. Illustrationen: Sind die „richtigen“ Bilder, gegenständlich oder abstrakt: also Fotos, Gemälde, Zeichnungen. Illustrationen wirken unterhaltend. Wenn du deine Präsentation durch Anekdoten oder humoristische Einlagen auflockern willst, nutze beispielsweise Karikaturen oder Bilderwitze. Aber Vorsicht: nicht zu viele! Solche „Lockerungsübungen“ wirken schnell öde. Illustrationen eignen sich auch hervorragend, um Ideen zu visualisieren. Das erfordert allerdings darstellerisches Können. Bei schlechter Ausführung büßt deine Idee leicht an Überzeugungskraft ein. Überlege deshalb, ob du dich auf die sprachliche Darstellung beschränkst oder einen Grafiker hinzuziehst.

Beispiele
  • Fotos
  • Gemälde und Ausschnitte daraus
  • Karikaturen
  • Clip-Arts
  • Piktogramme, Logos
Ziel
  • Unterhaltung durch Illustration von Anekdoten
  • Verdeutlichung von Ideen oder Visionen

2. Diagramme: Sie sind die typischen Präsentations-Bilder. Ihr kennt alle die „Fieberkurve“ zur Umsatzentwicklung oder Marktanteils-„Torten“. In Diagrammen kannst du statistische Zahlen oder quantitative Ergebnisse von Testreihen so aufbereiten, dass dein Publikum die Zusammenhänge versteht, ohne sich in lange Tabellen oder Listen vertiefen zu müssen. Außerdem lenkst du mit den Diagrammen die Aufmerksamkeit auf Zusammenhänge, die dir selbst wichtig sind. Damit gewinnst du Einfluss auf die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung.

Beispiele
  • Kreisdiagramm
  • Balkendiagramm
  • Säulendiagramm
  • Kurvendiagramm
Ziel
  • Aufbereitung wirtschaftlicher Kennzahlen wie Umsatz, Ergebnis, Produktivität
  • Quantitative Darstellung von Befragungsergebnissen

3. Strukturbilder: Sie zeigen Abhängigkeiten und Zusammenhänge. Bekannt sind beispielsweise Organigramme, Entfernungstabellen oder Blockpfeil-Diagramme, die die Schritte eines Projektes darstellen.

Beispiele
  • Organigramm, Baum
  • Matrix
  • Blockpfeil-Diagramme
  • Flussdiagramme
Ziel
  • Orientierung über Organisation oder Abläufe
  • Verdeutlichung von Abhängigkeiten

4. Textbilder: Diese sind eigentlich ein Widerspruch in sich. Denn du könntest alles Geschriebene auch sprechen. Das geschriebene Wort wirkt hier aber unterstützend und vertiefend. Deshalb eignen sich Textbilder vor allem, um Hauptaussagen beim Publikum zu verankern. Sie sind wirkungsvolle Merkhilfen. Für diesen Zweck dürfen sie nicht überladen sein: wenige Worte in großer Schrift, teilweise betont durch grafische Elemente wie Farbe, Schattierung, Punkte und Hinweispfeile.

Beispiele
  • Aufzählung wichtiger Aussagen oder Argumente
  • Darstellung von Tagesordnungspunkten
  • Zitat evtl. kombiniert mit Piktogramm
Ziel
  • Betonung wichtiger Aussagen oder Argumente
  • Orientierung über Abläufe

5. Tabellen und Listen: Die Bildwirkung von Tabellen und Listen ist gering. Dennoch haben sie manchmal ihre Berechtigung. Wenn ihr Fachleute, die Tabellen gewohnt seid, informieren wollt, lohnt sich der Aufwand oft nicht, die Statistik in Diagrammen aufzubereiten. Die Liste muss gut lesbar sein. Verwende gegebenenfalls einen größeren Ausschnitt. Unumgänglich ist die Präsentation von Tabellen und Formularen, wenn du die Arbeitsweise eines Berichtssystems, z. B. zu Umsatz und Ergebnis oder Geschäftsrisiken erläutern willst. Dann ist es aber besser, die Formulare aufzubereiten, etwa durch exemplarische Einträge oder grafische Elemente.

Beispiele
  • Originallisten und Formulare
  • Aufbereitete Tabellen und Formulare mit ausgesuchten Informationen
Ziel
  • Bereitstellung von Statistiken für Fachleute
  • Erläuterung von Informationssystemen

Fazit

Bilder bewegen die Sprache und das Denken des Zuhörers. Nutze für deine Reden, Ansprachen, Unterweisungen und andere Momente der Themenvermittlung dieses einfache und effektive Werkzeug und werde zu einem Überzeuger, nicht nur Sprecher.

 

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